Zum Thema Meditation

Wie ist Yoga-Meditation zu verstehen?

Freitag, 27. September 2013

„Yoga Meditation bedeutet dem schon beruhigten Geist eine Ausrichtung geben“.

Für mich heißt das Ankommen, ankommen bei meinem Atem, ankommen bei mir und beginnt schon in dem Moment in dem ich mich auf meine Yoga Matte setze, und schließt das Üben im Fluss des Atems ein. Besonders die fließenden sich wiederholenden Übungen bereiten meinen Körper und meinen Geist auf die Yoga-Meditation im Sitzen vor, oder wie im Yoga Sutra 1.12. beschrieben: “abhyāsa-vairāgyāhyām tan-nirodhaḥ“ -  diese dynamische Stille erlangt man durch ständig sich wiederholende Übungen und durch Nichtanhaften, Desidentifikation“ oder durch „īśvara-praṇidhānād vā“ – „die Hingabe an das höhere Selbst“; beschreibt das Yoga Sutra 1.23.

Yoga-Meditation ist also nicht nur still sitzen,

sondern ist eher eine fließende Entwicklung für mich, die immer wieder von vorne beginnt. Jedoch ist „vorne“ nicht immer gleich, sondern abhängig von meiner Tagesverfassung. Der Fluss meines Atems gibt mir Hinweise auf meinen momentanen Zustand. Ist in der Yoga-Meditation der Atem schnell und unruhig, ist auch der Geist unruhig. Diesen jeweiligen Zustand wahr-, an- und hinnehmen, bedeutet – aus der Position des Beobachters – gegenwärtig sein.

Atem-Achtsamkeit ist dabei mein ständiger Begleiter.

Dies bedeutet die Fokussierung auf meinen Atem, die Verschmelzung mit dem Atem. Den Atem spüren, wahrnehmen ohne ihn willentlich zu beeinflussen. Helga Simon-Wagenbach beschreibt das so: „Es geht darum, ganz Atem zu sein, ganz Spüren und Lauschen zu sein, ganz Zeuge zu sein wie ES atmet“[1].  Das Praktizieren von Atemachtsamkeit, in Form von verschieden  prāņāyāma, also Atemübungen oder auch nur das Beobachten des Atems, bewirkt das Loslassen von  Gedanken und  mein Geist kommt zur Ruhe.

Wenn der Zustand des beruhigten Geistes,

also das eigentliche Ziel von Yoga: „yogās citta-vṛtti-nirodhaḥ“, das erste Yoga Sutra,  eingetreten ist, bin ich bereit eine stille Meditation im Sitzen an meine Yoga Praxis anschließen zu lassen. Jetzt kann ich in der Yoga-Meditation meinen schon beruhigten Geist  auf ein Meditationsobjekt lenken und ihn da verweilen lassen.  Die Ausrichtung kann ein Körperbereich z. B. das Brustbein sein, dazu steht im  Sutra 3.31, „ Sạmyama  in kūrmanādi führt zur Stabilität“, die Erläuterung von R. Sriram lautet dazu: „Meditation über das Brustbein bewirkt emotionale Stabilität“. Aber auch die Fokussierung auf den Atem, einen Gegenstand z. B. eine Kerze oder ein Mantra sind hilfreich. Auch die Hinwendung zu einem bhāvnā wie Liebe, Mitgefühl, Freude oder Vergebung bietet eine Möglichkeit zur Versenkung.

 

 

 

 


 

Meditation – Anmeldeformular

Donnerstag, 25. Juli 2013